Versorgungsbericht 2026: Der Pflegenotstand verschärft sich

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Der heute veröffentlichte Versorgungsbericht 2026 zeigt: Die Schweiz deckt nur 40 bis 55 Prozent ihres Nachwuchsbedarfs an Pflegefachpersonen mit eigenen Abschlüssen.

GegenĂĽber der letzten Prognose 2021 hat sich die Deckung verschlechtert, obwohl mehr Pflegende ausgebildet werden. Dies liegt am rasant wachsenden Bedarf. Gleichzeitig verlassen zu viele Pflegefachpersonen den Beruf vorzeitig.

Der SBK und sein Dachverband alliance care fordern deshalb die rasche und vollständige Umsetzung der Pflegeinitiative.

Ausbildungszahlen reichen bei weitem nicht aus 

Die Zahlen sind alarmierend: Um den Bedarf an Pflegefachpersonen HF/FH zu decken, mĂĽssten jährlich 6700 bis 9300 Personen ein Diplom erwerben. 2024 wurden jedoch lediglich 3350 AbschlĂĽsse erreicht. Der Deckungsgrad liegt damit – je nach Szenario – bei nur 40 bis 55 Prozent. 

Bei Fachpersonen Gesundheit liegt der Deckungsgrad zwischen 66 und 101 Prozent. Der scheinbar komfortable Wert auf EFZ-Stufe darf jedoch nicht darĂĽber hinwegtäuschen, dass diese Stufe eine zentrale Rolle fĂĽr die Nachwuchsgewinnung auf Tertiärstufe spielt. 

Pflegende im Beruf halten 

Der Bericht zeigt deutlich: Mehr Ausbildung allein wird die VersorgungslĂĽcke nicht schliessen, auch nicht im optimistischsten Szenario. Entscheidend ist, wie viele ausgebildete Pflegefachpersonen im Beruf bleiben. 

Bereits mit 40 Jahren arbeitet nur noch die Hälfte der ausgebildeten Pflegefachpersonen in einem Spital, einem Pflegeheim oder in der Spitex. Die Berufsaustritte von Pflegefachpersonen machen einen FĂĽnftel des gesamten Nachwuchsbedarfs aus. Anders als Pensionierungen und das demografisch bedingte Wachstum des Versorgungsbedarfs ist dieser Anteil politisch beeinflussbar. 

Yvonne Ribi, GeschäftsfĂĽhrerin SBK: «Es muss gelingen, die ausgebildeten Pflegenden im Beruf zu halten. DafĂĽr braucht es flächendeckend bessere Arbeitsbedingungen. Die Umsetzung der zweiten Etappe der Pflegeinitiative bietet nun der Politik einen Steilpass, wirkungsvoll gegen den Mangel vorzugehen und die Rahmenbedingungen gezielt zu verbessern.» 

Der SBK fordert rasches Handeln 

• Pflegeinitiative umsetzen und Arbeitsbedingungen verbessern: Es braucht verlässliche Dienstpläne, eine faire Abgeltung von Spät-, Nacht- und Wochenenddiensten, eine bedarfsgerechte Personalausstattung und berufliche Perspektiven, die ĂĽber die ersten Berufsjahre hinaustragen. 

• Ausbildungsoffensive verlängern: Die Ausbildungsoffensive, welche im Rahmen der Pflegeinitiative lanciert wurde, läuft erst seit 2024. Umso wichtiger ist, dass die Ausbildungsoffensive ĂĽber die geplante Laufzeit von acht Jahren hinaus verlängert wird. 

• Pflegemonitoring weiterentwickeln: Damit Zahlen noch zeitnaher und differenzierter vorliegen ist es wichtig das Monitoring im Bereich der Pflege weiterzuentwickeln und laufend zu verfeinern Das ist die Basis fĂĽr eine am Bedarf orientierte Steuerung der pflegerischen Versorgung. 

Die Pflegenden in der Schweiz warten seitdem klaren Volks-Ja seit fast fĂĽnf Jahren auf spĂĽrbare Verbesserungen ihrer beruflichen Situation. Die Bevölkerung erwartet vom Bundesparlament die Sicherung der Versorgung der Bevölkerung. Das Paket 2 des Umsetzungsprojekts der Pflegeinitiative, welches sich mit den Arbeitsbedingungen befasst, befindet sich aktuell im Parlament. 

Der Obsan-Versorgungsbericht: https://www.obsan.admin.ch/de/publikationen/2026-nachwuchsbedarf-und-angebot-pflege-und-betreuungspersonal 

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