Pressemitteilung: Regierungsrat bestätigt weiteren Handlungsbedarf in Pflege
Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege begrüsst der Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen (SBK), Mitglied von alliance care, die klare Einschätzung des Regierungsrates zur Situation im Pflegebereich im Kanton Solothurn.
Die Stellungnahme zur Kleinen Anfrage von Kantonsrat André Wyss zeigt deutlich: Die bereits geplanten Massnahmen reichen nicht aus, um den zukünftigen Bedarf an Pflegefachpersonen zu decken. Der Regierungsrat hält fest, dass die vorgesehene Steigerung der HF-Abschlüsse lediglich rund 88 Prozent des prognostizierten Bedarfs abdecken wird. Gleichzeitig werden bis 2032 über 2’000 Berufsabgänge erwartet.
Für den SBK bestätigt dies, was Pflegefachpersonen seit Jahren aufzeigen: Die Ausbildungsoffensive der ersten Etappe der Pflegeinitiative ist wichtig, genügt alleine aber nicht. Der Regierungsrat anerkennt in seiner Stellungnahme, dass zusätzliche Massnahmen notwendig sind, um die Versorgung langfristig sicherzustellen. Die zweite Etappe der Pflegeinitiative ist deshalb zentral. Sie umfasst insbesondere Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, zur Stärkung der Berufsautonomie sowie zur nachhaltigen Sicherung der Pflegequalität. Ohne diese strukturellen Verbesserungen droht weiterhin, dass viele Pflegefachpersonen ihren Beruf frühzeitig verlassen.
Die aktuellen Zahlen des Kantons Solothurn unterstreichen die Dringlichkeit:
Die Zahl der über 65‑Jährigen wird bis 2030 um rund 33 Prozent steigen.
Die Spitex-Pflegestunden sollen um fast 60 Prozent zunehmen.
Gleichzeitig reichen die geplanten Ausbildungssteigerungen nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken.
Eine gute Gesundheitsversorgung ist nur mit genügend qualifizierten Fachpersonen möglich. Dazu braucht es nicht nur mehr Ausbildungsplätze, sondern auch Rahmenbedingungen, welche Pflegefachpersonen im Beruf halten und die Qualität der Versorgung langfristig sichern.
Der SBK dankt den Politikerinnen und Politikern im Kanton Solothurn, die sich für eine Stärkung der Pflege einsetzen und die Herausforderungen im Pflegebereich sichtbar machen.
Tanja Ringgenberg, kantonale Verantwortliche von alliance care Solothurn. +41 58 360 01 10 solothurn@alliance-care.ch